Mit sieben von neun Stimmen ist die Fraktionsvorsitzende der Linken, Maritta Böttcher, am Montag zur neuen Vorsitzenden des Hauptausschusses in Jüterbog gewählt worden.
INTERVIEW: „Ich kann ausgleichend wirken“
MAZ / Jüterboger Echo 16.11.11
Über ihre Wahl zur Hauptausschussvorsitzenden von Jüterbog sprach Maritta Böttcher mit Martina Burghardt.
MAZ: Schon vor drei Jahren haben sich Ihre und die SPD-Fraktion um den Vorsitz im Hauptausschuss bemüht. Jetzt haben Sie die Chance ergriffen. Können Sie es besser als der Bürgermeister?
Maritta Böttcher: Der Gesetzgeber lässt ausdrücklich zu, dass ein Stadtverordneter diese Funktion ausüben kann. SPD und Linke haben lange darüber diskutiert. Es macht durchaus Sinn, einem neu gewählten Bürgermeister einen erfahrenen Stadtverordneten zur Seite zu stellen. Ich kenne die Politik, weiß, wie die Leute hier ticken und kenne die Verwaltung.
MAZ: Das Ergebnis der Wahl am Montagabend hat sie offenbar überrascht. War es nicht abgesprochen?
Maritta Böttcher: Da war nichts abgesprochen. Wir wussten auch nicht, ob Falk Kubitza wirklich kandidiert. Ich war tatsächlich überrascht, dass ich offenbar auch von Stadtverordneten anderer Parteien Stimmen erhalten habe. Ich weiß nur, dass die Fraktion FDP/Bauernverband ebenfalls wollte, dass ein Abgeordneter den Hauptausschuss leitet. Ob sie einen eigenen Kandidaten aufstellen wollten, wusste ich nicht.
MAZ: Arne Raue war Ihr Kontrahent bei der Bürgermeisterwahl. Können Sie denn nach diesem Wahlkampf zur Tagesordnung übergehen und für eine produktive Zusammenarbeit garantieren?
Maritta Böttcher: Es fällt mir gerade schwer, wieder einen menschlichen Draht zu Arne Raue zu finden, aber ich sehe einen Ansatz und bin sicher, dass ich mit dem Bürgermeister einen Weg finden werde.
MAZ: Man könnte Ihre Kandidatur auch so deuten, dass Sie den Bürgermeister politisch in seine Schranken verwiesen haben. War das Ihre Absicht?
Maritta Böttcher: Das war es nicht. Aber Arne Raue hat gerade im Wahlkampf immer wieder betont, dass er keine Mehrheiten braucht und dabei auch viele vor den Kopf gestoßen. Ich traue mir aufgrund meiner Erfahrungen zu, hier ein Stück ausgleichend zu wirken, auch wenn er das im Moment anders sieht.